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Autor Thema: RYANAIR - Streiks ?  (Gelesen 7111 mal)

Offline Prensal Blanc

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Antwort #45 am:
10, August, 2018, 10:33:49
Da ist viel Wahres dran.

Eben wurde im Radio berichtet, dass in CGN viele Streikgeschädigte versuchen, bei anderen Fluggesellschaften kurzfristig Tickets zu bekommen. Offenbar gibt es auch welche, allerdings zu - auch für Qualitätsairlines  :D - ungewöhnlich hohen Preisen. Nehme an, dass die dadurch erzielten Überschüsse 1:1 an bedürftige Piloten bzw. Kabinen-/ und Bodenpersonal weitergeleitet werden.  <:-P

Ich stelle jedenfalls fest, dass seit dem Wegfall von Air Berlin (als Vertragspartner des Bundes) z.B. die Preise anderer Airlines bei gleichem Service für die Strecke Köln - Berlin um ca. das Dreifache angezogen sind. Ab Düsseldorf blieb alles beim Alten.

Fluggesellschaften arbeiten alle nicht altruistisch. Sie haben wie alle Unternehmen die Wahl, ob sie in Schönheit sterben oder Profit machen wollen. Letzteres ist mir fast lieber, gerade wenn ich an "die letzten Tage von Air Berlin"  (Überbrückungskredit, Arbeitslosigkeit etc.) denke. Aber Konkurrenz schützt vor allzu übertriebenen Preisforderungen.
« Letzte Änderung: 10, August, 2018, 10:36:41 von Prensal Blanc »

Offline marci1804

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Antwort #46 am:
10, August, 2018, 13:43:55
Außerdem betrifft es ja auch das Kabinenpersonal und die erhalten wohl eher keine Spitzengehälter .....

Gerade noch mal gelesen. Es handelt sich hierbei um den reinen Piloten Streik.
Das Kabinenpersonal erwägt mit der Gewerkschaft UFO aber wohl in naher Zukunft auch einen Streik:-)

Ansonsten kann man sich vermutlich auf eine lange Geschichte einstellen wenn Streiks bis in den Herbst geplant sind. Dazu hat die Gewerkschaft wohl einen Termin zur Schlichtung ausgeschlagen.


By the way.....mich würde mal Interessieren ob die Personen die hier mit Unverständnis auf Leute reagieren die mit Billigairlines fliegen ab und an mit dem Flixbus oder ähnlichen Reisebusunternehmen durch die Gegend tingeln:-)  Der Logik nach müssten diese ja alle Taxi fahren^^

Offline Ratze

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Antwort #47 am:
10, August, 2018, 14:50:44
Werden die Flixbusfahrer auh als Selbstständige vom Unternehmen beschäftigt, die für Steuern und Sozialversicherung selbst verantwortlich sind? Und verdienen angestellte Taxifahrer doppelt so viel wie Flixbusfahrer? Und warum Taxi, wär da nicht die Bahn der bessere Vergleich?

Und wenn der Flixbusfahrer besser aufgepasst hätte, hätt er auch Taxifahrer werden können?

Es reagiert keiner mit Unverständnis. Ich erst Recht nicht, da ich oft mit den billigen (jetzt eher mal wieder mit easyjet) auf die Insel fliege! Aber dabei ist mir bewusst, dass die Preise auch auf Kosten des Personals so billig sind! Gnauso wie mir bewusst ist, dass ich mit meinen 6 bis 7 Reisen das Klima in die Tonne trete. Ich fühl mich nur nicht gleich ange...., wenn man mich draf hinweist!

Rainer
Wenn du das Paradies ertragen kannst, komm nach Mallorca
Gertrude Stein

Offline marci1804

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Antwort #48 am:
10, August, 2018, 15:02:50
Das fühle ich mich auch nicht Rainer;-) War nur eine Frage in den Raum an diejenigen die hier ja auch mehrfach betont haben das Sie nicht verstehen wie Leute damit fliegen können.

Nur weil ein Flixbusfahrer nicht selbstständig ist rechtfertigt das ja auch nicht seine schlechten Bedingungen.
Diese finde ich z.B. sogar schlimmer als die eines Piloten. Passieren nicht ohne Grund dauernd Unfälle mit den Busen weil die Fahrer total übermüdet sind. Gab da ja auch genug Berichte drüber. Nicht umsonst kostet die Fahrt Düsseldorf - Berlin teilweise nicht mal 5€. Darüber regt sich aber niemand auf:-)

Genau das gleiche Spiel mit dem Supermarkt "Netto" welcher systematisch Belegschaft ausbeutet, einkaufen gehen da aber trotzdem genug Leute.

Mich stört halt nur diese "Doppelmoral" von vielen Leuten.
Auf der einen Seite die eine Branche in dem Punkt kritisieren und meiden und auf der anderen Seite in einer anderen Branche das Ausbeuten unterstützen.

Offline philbehr

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Antwort #49 am:
10, August, 2018, 16:06:25
Das ist doch das Gleiche mit den Einkaufszeiten: viele fordern Öffnung der Geschäfte bis 24 Uhr (oder sogar noch länger), aber kaum einer ist bereit, zu diesem Zeiten zu arbeiten.

Offline anonimo

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Antwort #50 am:
10, August, 2018, 17:43:26
Der Streik bei Ryanair - ein Zwischenbericht:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ryanair-streik-129.html

Offline herbstzeit

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Antwort #51 am:
11, August, 2018, 00:55:49
Das ist doch das Gleiche mit den Einkaufszeiten: viele fordern Öffnung der Geschäfte bis 24 Uhr (oder sogar noch länger), aber kaum einer ist bereit, zu diesem Zeiten zu arbeiten.

Ich habe jetzt in Ungarn Malls mit Tesco Supermärkten (GB) gesehen, die 24 Std. geöffnet waren.... Ich frage mich, wer (und in welcher Fluktuation) ab einer bestimmten Uhrzeit noch einkaufen geht und in wie fern sich das überhaupt rechnet?
 
Leben ist das, was passiert, während Du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.

(John Lennon)

Offline Prensal Blanc

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Antwort #52 am:
11, August, 2018, 08:22:24
Ich denke, das rechnet sich über "Impulskäufer", die weniger aber dafür teuer kaufen. Bei uns ums Eck ist ein REWE, der bis 24 Uhr geöffnet hat. Ab 20 Uhr bräuchten die nur noch die Alkohol+Chips-Abteilung offen zu halten. Diese Käufe sind dann auch nicht Schnäppchen-Sonderangebots-orientiert.  :D
Das Personal ist allerdings auch nur noch auf einen Kassierer + einen Sicherheitsmitarbeiter reduziert. Mehr braucht es nicht, da die Kunden keine Beratung wünschen  ;) und auch mal etwas länger an der Kasse stehen können, ohne völlig auszurasten.

Offline Hansheinrich

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Antwort #53 am:
11, August, 2018, 08:31:14

 
 . Passieren nicht ohne Grund dauernd Unfälle mit den Busen weil die Fahrer total übermüdet sind. Gab da ja auch genug Berichte drüber.   

Aha. Wie?
Schau an. Wo?
Interessant.
 :-? :-? :-?

Heinrich   

Offline Nunki

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Antwort #54 am:
11, August, 2018, 11:10:13
Obwohl sich das Thema Ryanair im allgemeinen Wehklagen über Zustände und allgemeinen, unterstellenden Schuldzuweisungen verliert, erlaube ich mir noch einen Beitrag zum Thema.

Es ist legitim, dass Fluggesellschaften nicht selbstlos, uneigennützig und aufopfernd (altruistisch) arbeiten. Schließlich sind sie auf Gewinn ausgerichtete Wirtschaftsunternehmen.
Ebenso legitim ist es auch zu hinterfragen, ob Low-Cost-Airline gleich Low-Cost-Airline ist.  Freie Marktwirtschaft ist eine Sache, die Missachtung sozialer Standards und Errungenschaften eine andere.

Ich vertrete die These, dass Ryanair, wenn dem Arbeitsmarktgebaren dieser Airline nicht Einhalt geboten wird oder sich das Buchungsverhalten ändert, den nationalen Flugzeugsektor zugrunde richten wird. Ein normales Konkurrenzverhalten kann es unter so ungleichen Voraussetzungen nicht geben (Steuern, Sozialversicherung,  Rentenkasse, Bezahlung etc.).

Die fragwürdigen Methoden schaden letztlich auch mir. Um Flugsicherheit zu gewährleisten dürfen Piloten nicht von ständiger Existenzangst geplagt sein. Gewinnmaximierung um jeden Preis?

Ich gönne mir den Luxus des sozialen Gewissens, zugegeben auch aus Eigeninteresse. Entgegen dem Mainstream der da lautet: Niemand ist gezwungen dort zu arbeiten. Jeder ist sich selbst der Nächste. Ist mir egal, Hauptsache billig. Da passiert schon nix, usw.

Auch ich bin daran interessiert, preiswert zu verreisen. Wenn ich weiterhin die Chance haben will, bedarf es einer Airline-Konkurrenz zu gleichen Bedingungen.
Und wo steht geschrieben, dass sich jeder immer alles leisten können muss? Ich halte das für eine unangemessene Anspruchshaltung.

Ryanair, Profit auf Kosten aller, WDR-Doku. https://www.youtube.com/watch?v=UqClb-WF92U
Sprache verrät! Immer!

Offline anonimo

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Antwort #55 am:
11, August, 2018, 11:39:34
Was Speditionen und Reedereien schon vor Jahren erfahren mußten, der Wettbewerb findet nicht nur europäisch, sondern weltweit statt. Der "nationale Flugzeugsektor" hat doch schon längst abgedankt und die Vorstellungen einiger, diesen damaligen "Idealzustand", möglichst mit Preishoheit im eigenen Lande wieder herzustellen, ist eine pure Illusion.

Nach diesem Streik wird sich bei Ryanair weiterhin nichts im großen Stil ändern, solange man zumindest am Rande der Legalität operieren und Geschäfte ausbauen kann. Wie schrieb dieser Tage jemand:

Verwerflich bestimmt, aber so schön billig.

Offline margit

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Antwort #56 am:
11, August, 2018, 13:44:57

 
 . Passieren nicht ohne Grund dauernd Unfälle mit den Busen weil die Fahrer total übermüdet sind. Gab da ja auch genug Berichte drüber.   

Aha. Wie?
Schau an. Wo?
Interessant.


 :-? :-? :-?

Heinrich   
[/

@heinrich.  :-bd  =))
« Letzte Änderung: 11, August, 2018, 13:47:27 von margit »

Offline Prensal Blanc

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Antwort #57 am:
11, August, 2018, 15:39:46
Ich frage mich - wie marcie 1804 - immer noch, warum Piloten/Kabinenpersonal nicht bei den Fluglinien anheuern, die bessere Konditionen bieten. Auch das würde etwas ändern.
Die Unzufriedenheit resultiert doch auch aus dem Vergleich zu Bedingungen anderer Linien, zumindest wird dies so kommuniziert. (Die Beschwerden orientieren sich nicht am deutschen Durchschnittseinkommen allgemein.)
 

Offline marci1804

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Antwort #58 am:
13, August, 2018, 11:18:10
Das die Sicherheit unter anderem auf der Strecke bleibt kann gut sein. Stellt sich nur die Frage ob erhöhte Preise für die Passagiere das Thema verändert. Nicht nur der Pilot steht ja unter Stress und Druck, vor allem die Lotsen tun dies. Und die werden genauso schlecht entlohnt. Eine falsche Entscheidung eines Lotsen und der Pilot kann noch so viel Geld von der Airline erhalten und kann trotzdem nichts mehr an einem Zusammenstoß ändern. Man darf hier ja jetzt nicht die Themen mischen. Der Streik bezog sich ja auf die Piloten, weder Kabinen Personal noch Service Team oder der Wartungsbereich haben gestreikt.

Die Thematik ist sehr schwierig und undurchsichtig.

Hier können noch so viele Beiträge aus öffentlichen Sendern gepostet werden, eine Garantie das die Zahlen, Werte und Statistiken am Ende wirklich passen gibt es dafür nicht.

Es gibt ja auch keine Belege dafür, dass z.B. bei der Lufthansa wo ein Flug um die 200€ pro Strecke kostet die Wartung und Sicherheit größer geschrieben wird als bei anderen.

Und wie Prensal Blanc treffend feststellt, wenn händeringend Personal gesucht wird und alle anderen Airlines viel besser zahlen oder sich sozialer Verhalten, wieso orientieren sich die Piloten nicht um? Denn dann würde sich die Thematik Ryanair vermutlich anders entwickeln. Lufthansa als Beispiel hatte letztes Jahr auch durchgehend Streiks, was demnach ja auch ein Zeichen ist das dort nicht alles passt.

Offline anonimo

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Antwort #59 am:
13, August, 2018, 11:45:09
Müssen wir jetzt eine "Sammelbüchse" für schlecht bezahlte Piloten und Fluglotsen aufstellen? Fluglotsen-Durchschnittsgehälter liegen in Deutschland bei 100.000 € im Jahr. Piloten nagen auch nicht am Hungertuch und haben es bei Qualifizierung selbst in der Hand, einen genehme Airline und Arbeitsplatz zu finden. Der Markt gibt es derzeit her. Flexibel muß man allerdings sein.

Und die Sicherheit bei den (europäischen) Fluglinien steht doch nicht zur Debatte. Gerade das letzte Jahr war das unfallfreieste weltweit für den Passagierluftverkehr. Man muß Probleme nicht herbeireden wollen.
« Letzte Änderung: 13, August, 2018, 11:47:08 von anonimo »





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