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Autor Thema: Neues zur Katalonien-Krise  (Gelesen 27984 mal)

Offline Paradiesvogel

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am:
22, März, 2018, 12:42:56
Heute Nachmittag ab 17 Uhr beabsichtigt das Regionalparlament in Katalonien im dritten Anlauf die Wahl eines Regionalpräsidenten.
Vorgeschlagen wird diesmal vermutlich (nach den vorher gescheiterten Versuchen mit Carles Puigdemont im Exil und Jordi Sanchez in U-Haft wegen 'Rebellion') Herr JORDI TURUL, ehemaliger Regierungssprecher in der vorherigen Administration.
Die Eile rührt daher, dass vom Obersten Gericht in Spanien für den morgigen Freitag eine Überprüfung der vorgerichtlichen Maßnahmen gegen 28 Mitglieder der Unabhängigkeitsbewegung geplant ist, auch Jordi Turul wäre betroffen, wobei wiederum U-Haft angeordnet werden könnte.
Im erneuten Haftfalle wäre auch Herr Turul nicht in der Lage gewesen zu seiner für nächste Woche geplanten Wahl persönlich im Parlament zu erscheinen - daher also die auf heute vorgezogene Aktion!

Einzelheiten direkt von der Quelle der o.a. Info hier:

https://elpais.com/elpais/2018/03/22/inenglish/1521706531_271683.html


Pringels

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Antwort #1 am:
22, März, 2018, 15:39:56
Wenn Jordi Turull also "Glück" hat, könnte er Heute (mit hauchdünner Mehrheit, falls die CUP mitspielt)
zum formal mächtigsten Mann Kataloniens gewählt werden und wird dann schon Morgen
durch eine evtl. Inhaftierung wieder entmachtet?! 

Falls das alles so eintrifft, bin ich auf die (Straßen-)Reaktionen der Unabhängigkeits-befürworter gespannt.
Mir scheint, denen geht langsam die Puste aus...

Offline Paradiesvogel

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Antwort #2 am:
22, März, 2018, 17:00:04
Im ersten Wahlgang konnte Jordi Turull keine Mehrheit bei der Präsidentenwahl erreichen, da sich die CUP (kleine recht fundamentale Linkspartei im Separatistenlager) bei der Abstimmung enthalten hat.
Mal schauen wie es weiter geht.

Pringels

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Antwort #3 am:
22, März, 2018, 17:07:48
Im ersten Wahlgang konnte Jordi Turull keine Mehrheit bei der Präsidentenwahl erreichen, da sich die CUP (kleine recht fundamentale Linkspartei im Separatistenlager) bei der Abstimmung enthalten hat.

Dann ist es für Turull wohl gelaufen. Ohne die 4 benötigten Stimmen der CUP geht nichts!

Pringels

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Antwort #4 am:
23, März, 2018, 22:30:44
Jordi Turull hätte es für den geplanten morgigen zweiten Wahlgang (mit nur einfacher Mehrheit) evtl. sogar schaffen können, wurde aber heute festgenommen. Gegen ihn und 4 weitere Politiker wurde sofortige Untersuchungshaft angeordnet. Also auch kein zweiter Wahlgang mehr...

Offline Paradiesvogel

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Antwort #5 am:
23, März, 2018, 23:14:41
So ist es, und auch die internationalen Haftbefehle gegen sechs Politiker im Ausland, einschließlich Carles Puigdemont, wurden neu beantragt.
M.E. tut die spanische Zentralregierung alles um den Konflikt am Kochen zu halten. Vermutlich wollen Rajoy & Co auch während der nächsten zwei Monate jede Präsidentenwahl blockieren um Neuwahlen zu erzwingen, von denen man sich wohl ein 'genehmeres' Ergebnis erhofft.

Pringels

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Antwort #6 am:
24, März, 2018, 17:20:36
Immerhin, es gibt noch "ein paar" aktive Befürworter der Unabhängigkeits-bestrebungen:

Zitat
Tausende demonstrieren für Separatisten

In der spanischen Region Katalonien sind am Abend Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen die Haftbefehle gegen mehrere Politiker der Unabhängigkeitsbewegung. [..] Dabei kam es zu Rangeleien, die Polizei setzte Tränengas ein.  / Quelle:  https://www.tagesschau.de/ausland/katalanen-109.html

Offline Paradiesvogel

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Antwort #7 am:
25, März, 2018, 13:21:50
http://www.mallorcazeitung.es/lokales/2018/03/25/kataloniens-ex-prasident-puigdemont-deutschland/58539.html

Anscheinend wird er wohl an Spanien ausgeliefert werden. Ausgerechnet von Deutschland - mal gespannt wie meine Nachbarn in Katalonien mich begrüßen werden  :-?

Pringels

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Antwort #8 am:
25, März, 2018, 14:46:27
Die Finnen waren ihm kurz vorher auch schon auf den Fersen, er konnte dort nur mit knapper Not entkommen:

Finnland erklärt sich zu Verhaftung Puigdemonts bereit / Stand: 24. März 2018, 18:06 Uhr 

Für mich ist Puigdemont ein politisch Verfolgter, man sollte ihm das Recht auf Asyl gewähren.

Offline Paradiesvogel

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Antwort #9 am:
25, März, 2018, 15:12:08
Genau! Ich habe diese Forderung auf politisches Asyl sowohl an das Kanzleramt geschrieben als auch in deutschen Medienberichten entsprechend kommentiert.
In Spanien könnte Puigdemont wegen seltsamer Strafgesetze länger in Haft kommen als ein Mörder in Deutschland!
Dabei hat er lediglich versucht den Willen seiner Wähler umzusetzen, wie auch immer man dazu stehen mag.

Offline Paradiesvogel

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Antwort #10 am:
25, März, 2018, 15:52:21

Online Spezies8472

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Antwort #11 am:
25, März, 2018, 16:06:02
Paradiesvogel:
das Politische Asyl kann er selbst versuchen in Deutschland zu bekommen, genau so wie die politisch verfolgten aus der Türkei. Selbes Argument: Aufgrund einer politisch anderen Meinung wandern sie, wie Puigdemont, für viele Jahre in den Knast. Ergo könnte Puigdemont durchaus selbst politisches Asyl beantragen.
Gruss
die Spezies

Offline Paradiesvogel

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Antwort #12 am:
25, März, 2018, 16:13:17
Ich weiß, Spezies, aber ich möchte ihn dabei unterstützen und andere ebenso dazu motivieren.

Pringels

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Antwort #13 am:
25, März, 2018, 16:23:44
das Politische Asyl kann er selbst versuchen in Deutschland zu bekommen, genau so wie die politisch verfolgten aus der Türkei. Selbes Argument: Aufgrund einer politisch anderen Meinung wandern sie, wie Puigdemont, für viele Jahre in den Knast. Ergo könnte Puigdemont durchaus selbst politisches Asyl beantragen.

(Poitisches) Asyl kann jeder beantragen, in diesem Fall wäre es allerdings wichtig, dass man es ihm auch gewährt;)

Z.Zt. befindet sich Puigdemont in der JVA Neumünster.

Zitat
Die Generalstaatsanwaltschaft prüfe derzeit, wie lange Puigdemont auf der Basis des am Freitag erlassenen, europäischen Haftbefehls in Gewahrsam bleiben könne. Eine Entscheidung darüber werde vermutlich erst am Montag fallen. Quelle: Focus

Online Spezies8472

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Antwort #14 am:
25, März, 2018, 16:28:09
Wenn Puigdemont nicht ganz dumm ist, beantragt er auch das politische Asyl. Sonst wandert er, bei Auslieferung für viele Jahre in den Kahn. Darauf hat er, glaube ich, kein Bock





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