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Autor Thema: Eine schöne Geste...  (Gelesen 1271 mal)

Offline herbstzeit

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"Und wenn wir die ganze Welt durchreisen, um das Schöne zu entdecken: Wir mögen es in uns tragen, sonst finden wir es nicht."

(Ralph Waldo Emerson)

Martin Dexter

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Antwort #1 am:
20, August, 2019, 21:15:33

Offline colau

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Antwort #2 am:
21, August, 2019, 08:14:38
es blieb bei der geste :
Los inmigrantes del Open Arms desembarcan
tras la orden de un fiscal italiano
https://www.diariodemallorca.es/mallorca/2019/08/21/inmigrantes-open-arms-desembarcan-orden/1442323.html

 :-h
und fuer den pajasso :

in der MZ als ankuendigung
Flüchtlingsschiff "Open Arms" soll doch nicht nach Mallorca kommen
https://www.mallorcazeitung.es/lokales/2019/08/20/spanisches-kriegsschiff-fluchtlingsboot-mallorca/70508.html

Offline herbstzeit

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Antwort #3 am:
21, August, 2019, 09:53:31
Es ist ein Trauerspiel...  Erinnert so an „Exodus“...
"Und wenn wir die ganze Welt durchreisen, um das Schöne zu entdecken: Wir mögen es in uns tragen, sonst finden wir es nicht."

(Ralph Waldo Emerson)

Offline Prensal Blanc

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Antwort #4 am:
21, August, 2019, 14:28:33
In der deutschen Presse wird in diesem Zusammenhang mittlerweile übrigens überwiegend der Terminus "Migranten" statt "Flüchtlinge" verwendet. 

Offline Paradiesvogel

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Antwort #5 am:
21, August, 2019, 16:53:38
Na ja, sind ja auch Migranten, wenngleich meist illegale. Habe heute gelesen dass in D mittlerweile 25 % der Einwohner Migrationshintergrund haben.
Aber Mallorca hat auch bei dieser Aktion wieder Glück gehabt. Die Insel liegt halt ganz schön außer Reichweite von Afrika.

Offline Prensal Blanc

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Antwort #6 am:
21, August, 2019, 17:47:47
Der Begriff "Flüchtlinge" impliziert m.E. eher Gründe, die nicht direkt vom Einzelnen beeinflussbar sind. Hierzu zählen Krieg und Verfolgung. "Migranten" hingegen können freier entscheiden, etwa wenn sie aus Gründen einer besseren Lebensperspektive ihr Land verlassen.

Die Sympathien der Öffentlichkeit gelten eher den "Flüchtlingen", daher ist der Wechsel im Duktus der Presse bemerkenswert.

Offline Nunki

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Antwort #7 am:
21, August, 2019, 20:58:01
Nach dem Völkerrecht wird unterschieden zwischen Flüchtlingen und Migranten. Der Begriff ´Flüchtling` hat, zusammen mit der Historie, auch eine rechtliche Bedeutung (Bezug z.B. Genfer Flüchtlingskonvention). Beide Begriffe werden im Sprachgebrauch oft gleichbedeutend verwendet. Wie Flüchtlinge auch, handeln Migranten aus der Not heraus; allein der rechtliche Status unterscheidet beide Gruppen.

So ist der Begriff ´Migrant` sachlich betrachtet richtig und ich möchte der Presse hier keine negative Absicht unterstellen.

Unsäglich ist hingegen das Wort ´Wirtschaftsflüchtling`, welches von Populisten gewählt wird.
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Offline Prensal Blanc

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Antwort #8 am:
21, August, 2019, 21:40:23
Migranten müssen nicht "aus der Not heraus" handeln. Sie verlassen zunächst einmal nur ihre Heimat, möglicherweise um als Handwerker woanders zu arbeiten oder um sich als deutsche Rentner auf Mallorca nederzulassen u.s.w. .  Der Flüchtlingsbegriff ist endeutig enger.

Da aber die aktuelle Berichterstattung nicht von allen Bootsinsassen den korrekten individuellen Status kennen wird, hat sich die Terminologie nun offenbar auf "Migrant" festgelegt. Das macht für mich in der Wahrnehmung aber einen Unterschied.

Offline Nunki

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Antwort #9 am:
22, August, 2019, 00:04:42
Ich verstehe was Du meinst und sehe auch, dass nach einem adäquaten Begriff gesucht wird.
Es heißt, Migranten verlassen "freiwillig" ihre Heimat, aber die Grenzen sind fließend. Migranten sind nicht allein Leute die woanders eine Arbeit aufnehmen oder als Ruheständler auswandern, sondern auch Menschen die vor Hunger, Natur- und Klimakatastrophen fliehen. Jedenfalls ist es nach völkerrechtlichen Definition so. Zuweilen wird von Elends-, Klima- oder Umweltflüchtlingen gesprochen.

Wir Europäer sind entschieden mitverantwortlich, dass internationale Konzerne im Verbund mit Stammesfürsten sich die Taschen voll machen.

Investiert wird in Gebieten, die bisher von bäuerlicher Landwirtschaft geprägt waren und deren Besitzverhältnisse - wie überwiegend in West- und Zentralafrika - durch traditionelle, nicht durch verbriefte Landrechte geregelt sind. Dies unter Hinnahme von Mord und Totschlag, Rodung der Wälder, Erosion, Landvertreibung und Landflucht, Monokulturen und gentechnisch veränderter Pflanzen, Verschmutzung von Wasser und Klimawandel. 

Wen interessiert schon, dass Palmöl in Nutella ist, damit die Masse schön geschmeidig bleibt (mein Sohn wurde ohne Nutella erwachsen) und das die EU Biokraftstoff vorschreibt, der so bio gar nicht ist. Die Sojaindustrie boomt für billiges Futtermittel für Deutschlands Schweine und billigem Schweinefleisch auf den Tellern.
Monokulturen brauchen viel Wasser, um überhaupt gedeihen zu können.

Insofern spreche ich von deutscher und europäischer Schuld am Hunger und Durst in der Welt spreche. Wir hängen mit drin.

Auch das ist Klimawandel!
Sprache verrät! Immer!

Offline Paradiesvogel

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Antwort #10 am:
22, August, 2019, 00:40:08
Nun, meine Eltern waren nach dem zweiten Weltkrieg echte Flüchtlinge aus Ostpreußen und mehrjähriger russischer Gefangenschaft. Vergewaltigt, versklavt, geschlagen, halb verhungert, auf Todesmärsche geschickt, und zu den wenigen Überlebenden gehörend, denn sonst wäre ich ja nicht geboren worden. In Westdeutschland angekommen, viele Jahre als "Flüchtlinge" verachtet und gemieden worden und erst nach und nach zu bürgerlichen Verhältnissen gelangt.
Ich habe daher großes Verständnis für Flüchtlinge und Migranten aller Art.
Dennoch können wir nicht zig Millionen Einwanderer aus unserem riesigen Nachbarkontinent Afrika (und so viele stehen in den Startlöchern) in Europa, besser: in Deutschland, verkraften.
Es muss nach Lösungen gesucht werden vor Ort die Probleme zu beseitigen und ein ordentliches Leben zu ermöglichen!

Offline Prensal Blanc

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Antwort #11 am:
22, August, 2019, 08:31:44
So ist es wohl.

Und es ist nicht damit getan, etwa vor der libyschen Küste - sagen wir jetzt einmal - Migranten aufzunehmen und sich dafür auf die Schulter kloppen zu lassen. Für diese Aktionen gibt es übrigens rechtlich eher unglamouröse Bezeichnungen, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte.

Wichtiger wäre, die Lebensverhältnisse in den verlassenen Ländern zu verbessern, die dortige Wirtschaft zu stärken oder zunächst einmal aufzubauen,  statt vieles zu torpedieren. Billigfleischexporte, industrielle Fischfangflotten, Waffenlieferungen etc. müssten dann allerdings deutlich reduziert werden. So weit geht die weltumspannende Solidarität und Humanität offenbar aber nicht.

Offline Hansheinrich

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Antwort #12 am:
22, August, 2019, 09:03:14
Na ja, sind ja auch Migranten, wenngleich meist illegale. Habe heute gelesen dass in D mittlerweile 25 % der Einwohner Migrationshintergrund haben.
Aber Mallorca hat auch bei dieser Aktion wieder Glück gehabt. Die Insel liegt halt ganz schön außer Reichweite von Afrika.

Nur zur Ergänzung: In manchen Städten liegen die Anteile schon um einiges höher, über 30 bis 40 %, Frankfurt, Offenbach, Augsburg, Ruhrgebiet usw. Noch höher dort in bestimmten Stadtteilen, die besonders beliebt sind.





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