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Autor Thema: Scheidung  (Gelesen 6678 mal)

Offline boticelli

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am:
11, April, 2011, 20:08:18
Hallo!

Ich habe folgende Frage:

Meine Freundin hat in Deutschland vor 11 Jahren geheiratet, hat mit ihrem Mann hier auf der Insel 6 Jahre zusammengelebt und von heute auf morgen hat er sich von ihr getrennt. Die beiden haben ein Haus auf Kredit gekauft, welcher nur möglich war, weil meine Freundin in Deutschland ein super Einkommen hatte. Er hingegen hatte nichts. Später hat er es so organisiert, dass alle Rechnungen diue zu zahlen sind (Telefon, Styrom, etc.) auf seinen Namen laufen, da meine Freundin im Gegensatz zu ihm hier einfach keine Arbeit findet aufgrund des Alters und der Sprachprobleme.

Bei der Trennung hat er das Haus verlassen, und sie, die Kreditträgerin wohnt weiter dort. Sie ist mittellos.

Erst schien bei der Trennung alles "normal" zu laufen, aber heute ist er ausgerastet, hat ihr gedroht und will alle laufenden Kosten die auf seinen Namen laufen kündigen. Bis auf den Kredit fürs Haus, den sie allein aber gar nicht zahlen kann.
Abgesehen davon, dass er morgen Sachen wie den Laptop der beiden gehört abholen will, und sie sich ja nicht mal in Deutschland ohne Internet eine Wohnung suchen könnte. Auch hat er ihr mit dem Abfackeln des Hauses gedroht, sollte sie die Schlösser auswechseln.

Mir ist schon klar, dass meine Freundin sich von einem Anwalt beraten lassen muss, allerdings scheut sie auch die Kosten, die sie selbst für Beratung gar nicht übernehmen kann. Weiterhin ist sie auf einen deutschsprachigen Anwalt angewiesen.

Hat jmd vielleicht ein ähnlichen Fall schon mal erlebt oder weiss was zu tun ist?

Ich danke euch im vorraus.
 :wave:

Offline Inspiration

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Antwort #1 am:
11, April, 2011, 20:45:16
Hallo,

das ist ja eine schreckliche Situation. Liebe macht halt blind...
Ich würde mich an die deutsche Ausländerberatung wenden. Die kennen bestimmt einen guten Anwalt. Sie braucht ja vielleicht eh einen für die Scheidung. Dann kann sie ihn gleich wegen seinen Drohungen anzeigen. Vielleicht kann sie ja auch an einen starken großen Mann untervermieten...dann hat sie Schutz und Einnahmen. :roll:

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Antwort #2 am:
11, April, 2011, 21:35:27
weil meine Freundin in Deutschland ein super Einkommen hatte
von welchem Gehalt ist denn der Kredit bezahlt worden?
Nach welchem Recht lassen sie sich scheiden, deutschem oder spanischen Recht?
Der erste Schritt ist wirklich einen Anwalt aufzusuchen. Wenn du der spanischen Sprache mächtig bist, kannst du sie ja zu einem Anwalt begleiten. Ansonsten würde ich mich doch an den deutschen Kulturverein in Santa Ponsa wenden.
Omi

  • Gast
Antwort #3 am:
11, April, 2011, 21:37:56
Ich weiß nicht, ob es hilft: In Spanien gibt es für Frauen, die sich bedroht fühlen, die kostenfreie Notrufnummer 016.

Dieter

  • Gast
Antwort #4 am:
11, April, 2011, 22:00:27
In Deutschland geheiratet, müßte doch dann das deutsche Recht gelten?  
Ich würde umgehend die von Dieter genannte Rufnummer anrufen, und dafür sorgen lassen, d. der keinen Zutritt zum Haus bekommt, resp, nur in polizeil. Begleitung das Objekt betreten kann.
Putzstellen hätte man doch annehmen können oder?? Zumindest um nicht völlig in die Abhängigkeit zu geraten.
Schlimme Situation. Glaube auch kaum, d. der DSKV großartig helfen kann. Die freuen sich auch über Leute, die keine Mitglieder sind, dann mit einen großen Problemenberg mal schnell eintreten, alles gelöst, treten sie wieder aus.
Kann es sein, d. d. deutsche Konsulat hilfreich sein kann?
Halte die Daumen
Gruß babe

  • Gast
Antwort #5 am:
11, April, 2011, 22:30:37
uhh, so was ähnliches macht meine Schwester mit, allerdings in
D, und da gibt es klare Regeln/Versorgungsausgleich, Zugewinnausgleich usw, und die deutschen Familiengerichte sind zuständig.

Auf Mallorca gelten diese Regeln meines Erachtens nicht da
man nicht im Inland wohnt, sprich spanisches Recht müsste gelten.

Ich denke es gibt nur eines; Anwalt(vielleicht gibt es ja sowas wie
Prozesskostenhilfe ???

Unglaublich wie der Partner sich benimmt, man kann sich auch sachlich trennen.
Toi toi toi

Offline margit

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Antwort #6 am:
11, April, 2011, 22:48:51
spanisches Eherecht kenne ich zwar nicht,
aber wenn beide Partner die deutsche Staatsbürgerschaft haben,
die Ehe in Deutschland geschlossen wurde,
dann kann doch wohl auch nur nach deutschem Eherecht geschieden werden, auch wenn der Wohnsitz nunmehr Spanien ist.
Gütertrennung oder Gütergemeinschaft?
Ehevertrag?
Haus als gemeinsames, während der Ehe erworbenes Eigentum?
der Ehemann hat den gemeinsamen Haushalt verlassen?
wenn tatsächlich mittellos und ohne eigenes Einkommen,
der Ehepartner jedoch ein Einkommen hat, besteht ja auch evtl. Anspruch auf Trennungs-Unterhalt?
Vermögen gibts ja auch , in Form des Hauses
und wenn er vorerst nur den Laptop will, soll er den doch haben !

da kann wohl nur noch und das schnellstens, ein guter Rechtsanwalt für deutsches Scheidungsrecht helfen, leider....

dürfte ja auch häufiger vorkommen, denn es inserieren ja ständig  RA auch in den deutschsprachigen Tageszeitungen
Kopf hoch , irgendwie gehts weiter :wave:



Offline Bettekle

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Antwort #7 am:
12, April, 2011, 00:14:29
hab gerade mal einen guten Freund gefragt, der Rechtsanwalt und Abogado ist und bin erschrocken darüber, wie kompliziert das doch ist.
Das ist wohl eine ganz heisse Geschichte, bei der es unter Umständen auf Geschwindigkeit ankommt.
Für ein Scheidungsverfahren sind die Gerichte desjenigen Mitgliedsstaates der EU zuständig,
- in dem beide Ehegatten ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben oder zuletzt hatten (das ist wohl Spanien, wenn ich es richtig verstanden habe),
- in dem der Ehepartner, dem ein Scheidungsantrag zugestellt werden soll, seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat (Deutschland oder Spanien) oder
- dessen Staatsangehörigkeit beide Ehegatten besitzen (das ist wohl Deutschland).
Das richtet sich nach dem sog. Brüssel II Abkommen.
Da es hier mehrere Möglichkeiten gibt und ggf. zwei Mitgliedsstaaten als zuständig in Betracht kommen, richtet sich die Zuständigkeit danach, in welchem Staat der Scheidungsantrag zuerst gestellt wird.
Das kann erhebliche Auswirkungen haben, da das Scheidungsrecht in Deutschland und Spanien erhebliche (insbesondere auch finanzielle) Unterschiede aufweist.
In Brüssel brüten sie zwar über eine Vereinheitlichung (sog. Rom II-Abkommen). Das soll eigentlich in 2011 kommen, ist aber noch nicht ratifiziert.
Da die Rechtslage sehr kompliziert ist (gerade auch wegen der unsicheren europäischen Lage), hör nicht auf irgendwelche unqualifizierten Äusserungen von Nichtjuristen, sondern allein auf den Ratschlag eines versierten Fachanwaltes. An dem wirst Du nicht vorbeikommen.




Offline boticelli

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Antwort #8 am:
12, April, 2011, 09:02:29
Vielen Dank für die vielen Kommentare!

Das mit der Notfallnummer für Frauen merke ich mir auf jeden Fall und werde ihr die Nummer auch vorsichtshalber aufschreiben!

Ich bin schon so gut wie auf dem Weg zum RA und hoffe, dass die Beratung für meine Freundin vernünftig ausfällt!

Wenn ich heute Abend genaueres weiss, werde ich den Fall weiter schildern, denn ich könnte mir vorstellen, dass nicht nur meine Freundin betroffen ist, sondern es mehr Menschen so geht...leider!


Offline margit

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Antwort #9 am:
12, April, 2011, 09:09:41
toll, daß Du Deiner Freundin so eine Unterstützung bist,
denn Betroffene(r) kann in einer solchen Situation oft nicht immer so klar die notwendigen Schritte setzen .....

Offline Bettekle

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Antwort #10 am:
03, Mai, 2011, 21:57:38
"...denn es inserieren ja ständig RA auch in den deutschsprachigen Tageszeitungen."
Aber ein grosser Teil dieser Inserenten (und auch Artikelschreiber) ist noch nicht einmal Mitglied in der Kammer der Balearen!


... der Anwalt, den ich gefragt hab, ist übrigens sowohl in Deutschland, als auch auf den Balearen als Rechtsanwalt bzw. Abogado zugelassen und Mitglied sowohl der deutschen Rechtsanwaltskammer, als auch der Rechtsanwaltskammer der Balearen.

Allerdings meinte er, diese Problematik müsste jeder deutsche Anwalt lösen können, der auf Familienrecht spezialisiert sei ...

ohne hier jemandem zu nahe treten zu wollen: ich persönlich finde es mehr als fahrlässig, wenn hier Nichtjuristen Halbwissen oder gar nur Vermutungen als juristische Tatsachen suggerieren. Damit ist niemandem geholfen   :hammer:

Offline margit

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Antwort #11 am:
03, Mai, 2011, 23:52:02
in der aktuellen Ausgabe der MZ gibt es einen Bericht über die Unterschiede im deutschen bzw.spanischen Scheidungsrecht, interessant zu wissen...für den Fall der Fälle

Offline Jack-Jack

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Antwort #12 am:
04, Mai, 2011, 13:58:35
wenn Deine Freundin zum Gericht in Palma geht, gibt es dort kosten lose Familien Anwälte, Übersetzer, und Berater. Und wenn er immer gezahlt hatt, muss er ihr ein ziemlich gleichwertiges weiter Leber ermöglichen. Das sollte sie ambesten mit Kontoauszüge beweisen. Und das kann sie ja, wenn er, auch für sie, die überweisungen getätigt hat. Bei einer Bedroung sollte sie dies mal versuchen.
Hat der Mann Deiner Freundin zufällig eine Nicole R. kennen gelernt?

L.G. Jack

Offline petra1952

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Antwort #13 am:
27, Dezember, 2018, 08:04:00
Der Artikel ist ja schon einige Jahre alt, aber ich denke es hilft vielleicht noch einigen Lesern. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht so kompliziert ist wie hier dargestellt. Wenn man sich einig ist - kann man sich ganz bequem in Deutschland scheiden lassen. Ich musste nicht mal nach Deutschland reisen, sondern konnte alles hier erledigen. Das Scheidungsurteil wurde natürlich in Berlin ausgesprochen.
Eingereicht habe ich es mit meinem Exmann gemeinsam - online über das Internet ehe-scheidung-online.com Der Kostenvoranschlag war vollkommen OK für uns - ca. eintausend Euro. Wer sich anständig trennt, der hat auch keinen Rosenkrieg am Hals.
« Letzte Änderung: 27, Dezember, 2018, 11:19:16 von seven, Grund: Werbelink »





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