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Autor Thema: Insel-Tourismus: Ist weniger mehr?  (Gelesen 11721 mal)

Offline Matthias Zwo

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am:
12, August, 2009, 15:30:35
Hallo Inselfans,

meine Gedanken zu den Bombenanschlägen und deren Auswirkungen bewegen mich dieses Thema zu eröffnen.

Jede Krise bietet auch eine Chance und die gegenwärtige Situation (Anschläge und Wirtschaftskrise) wird zu weniger Touristen auf Mallorca führen.

Meiner Meinung nach würde weniger Tourismus der Insel selbst gut tun, da die Auswirkungen des Massentourismus an vielen Orten zu sehr unansehlichen Effekten geführt hat. Sicher leben die Bewohner und viele Gäste von diesen "Früchten", jedoch könnte ein Neuausrichtung des Tourismus auf höhere Qualität und Nachhaltigkeit insgesamt Besseres bewirken.

Durch Qualität kann man mehr Kundenzufriedenheit und auch höhere Renditen erzielen und mit höheren Renditen lassen sich mehr Angestellte zu besseren Gehältern finanzieren.

Weniger wäre deshalb für viele sicherlich mehr. Bin gespannt auf die Diskussion.

Viele Grüße,
Matthias  :rolleyes:

Offline susanna

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Antwort #1 am:
12, August, 2009, 15:46:35
Hallo Matthias,

..dann würde der Urlaub auf Mallorca auch erheblich teurer.

Viele sind froh, das sie sich überhaupt einen Urlaub auf Mallorca leisten können.

Da leidet der kleine Mann wieder drunter, deshalb bin ich dagegen.

Oder dürfen sich nur noch die Reichen, Urlaub auf Mallorca gönnen?
Könnte noch mehr da zu schreiben, muss leider los arbeiten.

LG.

Susanna :wave:

Offline brits

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Antwort #2 am:
12, August, 2009, 15:48:11
...grundsätzlich bin ich deiner Meinung - schade wäre nur, wenn Mallorca dann evtl. zu einer "Eliteurlaubsinsel" würde...
werde nochmal lang über das Thema nachdenken - erinnert mich ein wenig an das Thailand nach dem Tsunami Szenario...
...nicht zu vergessen sind die dann verlorenen Arbeitsplätze, etc... :ratlos:  :ratlos:  wie gesagt ein Thema das mich interessiert - zwecks Naturschutz usw..., muss aber noch in ruhe  "überdenken".... :birne:
Gruß - Britta

Offline Matthias Zwo

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Antwort #3 am:
12, August, 2009, 16:10:42
Es freut mich, wenn man sich über dieses Thema gedanken macht und damit vielleicht neue Einstellungen erzeugt werden (da schliesse ich mich auch mit ein).

Muss jetzt auch für ein paar Stunden weg und freue mich in der Zwischenzeit auf Eure Meinungen zu dem Thema. Es wäre schön, wenn wir das Niveau dabei hochhalten könnten - aus Respekt zur Insel und allen Diskussionsteilnehmern.

Viele Grüße,
Matthias

Offline PowerBabe

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Antwort #4 am:
12, August, 2009, 16:53:07
Das Thema, das Du nun hier als so neuen Denkansatz bringst, ist kein neues, sondern ein schon sehr oft diskutiertes.

Natürlich birgt jede Krise neue Chancen, survival of the fittest und so weiter.

Aber bevor man jetzt sagt, dass es der Insel gut täte, wenn der (Masen)Tourismus einbräche, beachte doch bitte, wie viele Menschen auf Mallorca von dem Tourismus abhängig sind. Du willst also, dass all die kleinen Barbetreiber, Kellner, Hotelmitarbeiter, Restuarantangestellte, etc. pp. um ihre Existenz bangen müssen und ihre Familien nicht mehr ernähren können, nur damit es "der Insel gut tut"?? Merkste selber, oder?

Vielleicht mal einfach über den Tellerrand hinausschauen und mal überlegen, was Mallorca ohne Tourismus wäre - vor allem finanziell.  

Offline Airport-Parking

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Antwort #5 am:
12, August, 2009, 17:26:58
Hmm
Gute Frage
Aber dafür wird es wohl keine passende Antwort geben.

Schauen wir uns doch nur mal die Golfplätze an.
Es werden immer mehr.

Die Betreiber legten am Anfang die besten Konzepte vor.
Ach wie schön und dringend NOTWENDIG.

Über den Unterhalt und vor allem den Verbrauch von extrem viel Wasser (kein Salzwasser) denken sie aber nicht nach.

Und was ist die Folgeerscheinung ?
Nicht nur der hohe Wasserverbrauch ! Jetzt unterbieten Sie sich selbst mit Sonderangeboten, weil kein ausreichendes Klientel da ist. :hammer:

Mallorca ist nun mal nicht Sylt.
Man sollte vielleicht ein gesundes Mittelmaß finden.
Man könnte mehr Angebote im Freizeitbereich und Sport zulassen und die Preise nicht übermäßig strapazieren.

Vielleicht sollten sich auch die Hotelbetreiber und Hausbesitzer die Ihre Geschäfte an der Playa haben mal Gedanken machen über eine Modernisierung ihrer Häuser.  Ihr Standart aus den 70zigern und 80zigern entsprechen schon lange nicht mehr dem Preis-Leistungsverhältnis.
Und so manche Fassade wäre mit einen Anstrich wieder ansehnlicher.

Offline Matthias Zwo

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Antwort #6 am:
12, August, 2009, 18:30:11
Man sollte nicht schwarz-weiß malen. Ein Kompromis in der Mitte wäre sicher der beste Weg.

Was bringt es der alteingesessenen Bar-Mannschaften, wenn das Kettenhotel ein paar Strassen weiter oder ein von deutschen Investoren gemanagter "Pressluftschuppen" zur Happy-Hour Bier für 1 Euro ausschenken... Mehr als 10 Bier kann ein Durchschnittstourist am Tag nicht trinken. Da bleibt der einheimischen Barkultur sicher nicht mehr viel übrig - und ob Sie die Gäste nach der Happy Hour überhaupt noch haben wollen...

Nichts gegen die "freie Wirtschaft", aber solche Aktionen sollten verboten werden. Da hätten viele Bars schon viel davon. Auf die 1 Euro Touristen könnte die Insel sicher gut verzichten - es kämen mehr Besucher die 10 Euro (für 3 Bier) ausgeben und damit würde der Umsatz zumindest schonmal wieder auf gleicher Höhe sein - ein kleiner Gewinn wäre diesesmal jedoch dabei...

Viel Spaß beim weiteren Nachdenken.

Viele Grüße,
Matthias

Offline Wolli

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Antwort #7 am:
12, August, 2009, 18:38:07
@ MathiasZwo: Nur damit ich Dir nicht Unrecht tue.... verrätst Du mir bitte deinen Beruf?

Danke!  :|
Gruß Wolli

Offline Matthias Zwo

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Antwort #8 am:
12, August, 2009, 19:38:06
Wolli - guckst Du in Deinen Briefkasten...  :wave:

Offline Airport-Parking

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Antwort #9 am:
12, August, 2009, 19:41:25
Hmm. Ich denke mal Matthias2 ist Gastronom und macht schlechten Umsatz ? ;-)

Denn wenn einer 3 Bier trinkt und dafür 10 Euro bezahlen soll hätte  Matthias2 so manchen gegen sich.

Kein Spanier würde 3.33 Für ein Glas bezahlen und so mancher Turist auch nicht.


Offline Matthias Zwo

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Antwort #10 am:
12, August, 2009, 19:53:34
 :rolleyes: Nein, Gastronom bin ich nicht. Da ich aus Bayern komme, gehe ich auch von einer Halben aus. Es war auch nur ein Beispiel. Machen wir vier Bier draus, dann gilt noch das Gleiche.

Für 2,50 Euro würdest Du und Dein spanischer Kumpel mir vielleicht schon ein Bier abkaufen, oder?

Viele Grüße,
Matthias  :sekt:

Offline Wolli

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Antwort #11 am:
12, August, 2009, 20:22:31
@ MathiasZwo: Ich hatte bereits im Kasernenstrang eine Ansicht vertreten, aber gut... dann hier weiter.

Man sollte nicht schwarz-weiß malen. Ein Kompromis in der Mitte wäre sicher der beste Weg.
Na wenn wir den auf der Insel nicht schon in allen Facetten und für alle Geldbeutel hätten, wäre die Idee ja nicht schlecht. Bezieh doch mal konkret Stellung, was Du wo vermißt und dich stört, ABER dich nicht hindert, immer wieder auf die Insel zu kommen!


Nichts gegen die "freie Wirtschaft", aber solche Aktionen sollten verboten werden.
Also hast Du doch was gegen die freie Wirtschaft, ansonsten würdest Du dieses nicht gerne verboten sehen, stimmts? In der freien Wirtschaft ist es nicht vorgesehen legale und funktionierende Geschäftsmodelle zu gunsten der Wettbewerber zu verbieten.


Da hätten viele Bars schon viel davon. Auf die 1 Euro Touristen könnte die Insel sicher gut verzichten - es kämen mehr Besucher die 10 Euro (für 3 Bier) ausgeben und damit würde der Umsatz zumindest schonmal wieder auf gleicher Höhe sein - ein kleiner Gewinn wäre diesesmal jedoch dabei...
Wenn es nicht um Bier ginge, dann würde ich dies als Milchmädchenrechnung bezeichnen.
Vollkommen aus dem hohlen Bauch heraus stellst Du Gastronomiekonzepte auf den Kopf und in Frage, die die Klientelerwartungen auf den Punkt genau erfüllen und mit denen die -überwiegend mallorquinischen Betreiber- vorzüglich Geld verdienen.

Warum sollte man einen anderen Weg gehen, um im Idealfall das zu erreichen was man jetzt schon verzeichnet?

Mallorca ist erheblich zu groß, um nur betuchtes Touristenklientel zu beherbergen, zu entertainen, satt und von mir aus auch betrunken zu bekommen.
Diese Insel lebt nach meiner Überzeugung gerade vom Touristenmix.
Die Umsätze der von Dir trügerisch als 1-EURO-Tourist bezeichneten Gästegruppe können nach meinem Dafürhalten in der betuchteren Touristengruppe gastronomisch überhaupt nicht generiert werden, selbst wenn dadurch mehr auf Mallorca Urlaub machen würden, was ich generell als nicht realistisch bezeichne.

Im Übrigen: Dieses Thema ist aus deiner Ansicht heraus entstanden, daß es der Insel gut täte wenn weniger Touristen kämen. Leider war das im Zusammenhang mit den Bombenattentaten gemeint, die du praktisch als Chance der Insel für dieses erstrebenswerte Ziel verwendest.
Dieser Gedanke ist für mich unterste Schublade, sorry!


Gruß Wolli

Offline piro

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Antwort #12 am:
12, August, 2009, 20:48:27
ich kopier mal meine antwort aus dem anderen blog, hatte den hier uebersehen

wolli
besser kanns man nicht sagen

aber spinn ich mal die idee weiter:

1 restaurant im suedwesten reicht, das lass aber das Tristan sein! und die maerkte sind doch auch immer so voll, viel zu viele gemueseanbieter! da koennte doch Eroski das monopol eroeffnen und ueberhaupt, diese kleine tante-emma-laeden mit ihren gierigen omis.... tztztztz lang lebe das Corte Ingles.....
ich bin wie ich bin, die einen kennen mich, die anderen koennen mich!

Offline holli12

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Antwort #13 am:
12, August, 2009, 20:58:13
@  Wolli

Danke für den letzten Absatz ... schön das Du es schreibst, ich könnte es nicht besser ausdrücken!  Danke!   :clap:

Gruß Holger


Offline Matthias Zwo

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Antwort #14 am:
12, August, 2009, 21:22:44
Hallo Wolli,

mich persönlich stört nicht viel an der Insel. Ich habe viel von der Welt gesehen (Marine und Job) und Mallorca ist einer der vielseitigsten Orte die ich kenne - wenn nicht der Vielseitigste.

Was mich aber stört, sind die Hotels und Häuser, die auf die letzen freien Felsen betoniert werden, das schöne Einrichtungen verfallen, weil kein Geld für die Instandhaltung vorhanden ist und das manche Touristen sich wie die Sau verhalten, usw. Persönlich kann ich dem leicht entkommen, weil man mit dem Mietwagen schnell wo hinfahren kann, wo es einem besser gefällt. Mir gefällt es auf den Gipfeln, auf unerschlossenen Stränden und malerischen Restaurants in der Nebensaison!

Des Weiteren bin ich für die freie Wirtschaft, aber manchmal sollte das Gesetz die schwächeren schützen, um den Charakter einer Kultur und den allgemeinen Wohlstand zu beschützen. Dafür gibt es ja auch Beispiele.

Das Beispiel mit dem Bier ist keine Milchmännchenrechnung sondern hat was mit Deckungsbeitragsrechnung zu tun. Mit 1 Euro Bier verdient man kein Geld. Man deckt nur einen Teil seiner variablen Kosten. Um langfristig erfolgreich zu sein, benötigt man Fixkostendeckung und einen Gewinn... Die Happy-Hours sind Bestandteil einer Mischkalkulation über den Tag und schadet den Marktteilnehmern die sich das nicht leisten können, weil sie statt Einheimischen auf billigere Gastarbeiter zurückgreifen bzw. teuere und bessere Produkte verkaufen. Auf Mallorca leben wenige sehr gut auf die Kosten vieler Bürger.

Du fragst: "Warum sollte man einen anderen Weg gehen, um im Idealfall das zu erreichen was man jetzt schon verzeichnet?" Meine Gegenfrage: "Wo führt der Weg hin? Ist das was man jetzt hat so gut?"

Den Touristen-Mix finde ich auch gut - Mallorca ist für alle da und sollte es auch bleiben. Ich hoffe, dass man sich anstrengt und die 1 Euro Touristen nicht zum Haupt-Wirtschaftsfaktor werden.

Zuletzt möchte ich Dir antworten, dass ich die Attentate verabscheue und diese lediglich der Anstoß für Gedanken war, was wäre wenn weniger Menschen zu Besuch auf die Insel kämen. Diesen Gedanken hatte ich und viele bereits schon vorher. Für Dich ist das unterste Schublade, für mich ist das ein Prinzip " Mache aus jeder Situation - und sei sie noch so unangenehm und traurig - das Beste daraus." Da ich zu Mallorca eine besondere Beziehung habe, betreffen mich die Ereignisse auch und so mache ich mir meine Gedanken in alle Richtungen.

Ich hoffe, dass die Betroffenen der Anschläge ihren Trost finden und mit der Zeit das erlittene Schicksal verarbeiten können. Dazu wünsche ich Ihnen Kraft und auch Gottes Segen.

Viele Grüße,
Matthias :rolleyes:





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