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Autor Thema: Droht ein Bürgerkrieg in Katalonien?  (Gelesen 4181 mal)

Offline lenamar

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Antwort #135 am:
21, Dezember, 2017, 15:47:36

Ja, genauso ist es. Die Männer wählen nur die attraktiven Frauen......
Genau deswegen ist unsere Angela schon so lange Bundeskanzlerin


Kanzler/Kanzlerin wird immer noch vom Parlament gewählt... :D
Pöh, und außerdem gehört sie m.E. zu den wenigen Menschen, die mit 60 besser aussehen als mit 30, was aber auch am Friseur liegen kann.

lg lenamar
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Offline Pringels

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Antwort #136 am:
21, Dezember, 2017, 20:36:17
Erste Prognosen lassen einen Sieg der Separatisten vermuten, evtl. sogar mit einer absoluten Sitze-Mehrheit im Parlament! Spannend!

Soviel zum möglichen Bürgerkrieg in Katalonien..

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Antwort #137 am:
21, Dezember, 2017, 22:15:29
Euronews berichtet ja live über die Wahl, und nach über 40 % ausgezählter Stimmen, in Verbindung mit den entsprechenden Hochrechnungen, verstärkt sich der von Pringels bereits berichtete Trend zu einer absoluten Mehrheit der drei veschiedenen Unabhängigkeitsparteien - sofern sie eine Koalition eingehen.
Zwar hat sich die charismatische Ines Arrimadas für das bürgerlich-liberale Lager sehr gut behauptet, hat aber keine Chance mit den gegen eine Unabhängigkeit stehenden Parteien eine Mehrheit zu bilden.
Die Wahlbeteiligung mit über 81 Prozent war extrem hoch, und die von verschiedenen Parteien im Vorfeld geäußerte Mutmaßung einer 'schweigenden Mehrheit' gegen die Unabhängigkeit Kataloniens wurde durch diese Wahl widerlegt, obwohl ja nun auch die Komplikationen einer Abspaltung offenkundig waren.
Die Partei (PP) des sturköpfigen spanischen Ministerpräsidenten Rajoy erhielt eine richtige Klatsche und landete auf dem letzten Platz!
Wie es nun weitergeht, werden wir erst in den nächsten Tagen und Wochen erfahren.

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Antwort #138 am:
23, Dezember, 2017, 15:35:20
Weitere Schlappe für Spanien: Im so genannten 'Clasico' schlug heute der FC Barcelona die 'königlichen' von Real Madrid mit 3:0!
Hat GAR NICHTS mit dem eigentlichen Thema zu tun, aber ich bin halt Barca-Fan  :)

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Antwort #139 am:
06, Januar, 2018, 18:07:26
Es wird sehr interessant mit der Regierungsbildung in Katalonien jetzt im Januar. Die knappe absolute Mehrheit der Unabhängigkeitsparteien hängt an den 5 Stimmen der Exilpolitiker.
Bekanntlich haben sich ja der Ex-Premier Puigdemont sowie weitere vier Ex-Minister nach Brüssel ins Exil begeben.
Alle hatten sich aber zur Neuwahl gestellt und sind auch gewählt worden. Im Parlament kann jedoch nur abstimmen, wer persönlich anwesend ist! Bei ihrer Rückkehr nach Spanien würden aber die fünf Genannten sofort verhaftet werden, und sie wären ja dumm wenn sie unter diesen Bedingungen nach Spanien kämen.
So überlegen dann auch die vier Ex-Minister auf ihre Mandate zugunsten anderer Parteimitglieder zu verzichten, um so die Mehrheit im Parlament zu erhalten. Ist allerdings ein großes persönliches Opfer, denn Posten und Einfluss wären weg, somit auch das diesbezügliche Einkommen.
Puigdemont selbst würde sein Mandat nicht zurückgeben, denn er könnte wohl auch im Exil zum Premier gewählt werden. Zwar seltsam und unpraktisch; scheint aber keine entgegenstehende Regelung in der Verfassung oder der Parlamentsordnung zu geben.
Der andere potenzielle Anwärter auf die Premierposition, Ex-Vize Oriol Junqueras, muss nach der jüngsten Entscheidung des Obersten Gerichts in Spanien weiterhin in Haft bleiben und müsste sein Amt vom Gefängnis ausführen, was noch unpraktischer ist, weil er nur selten heraus telefonieren darf.

Hinzu kommt, dass die katalanische Bevölkerung quer durch Familien, Freunde und Arbeitskollegen in der Unabhängigkeitsfrage zutiefst gespalten ist und sich eigentlich nach Einheit, Frieden und weiterem Wohlstand sehnt.

In der Silvesternacht hat mir der Heilige Geist (oder war es der Weingeist?) eine Eingebung übermittelt, deren Kommunikation mir schwer fällt, weil das zu verwendende Wort den meisten Deutschen heutzutage ein Graus ist.

Aber dennoch, bitte verzeiht mir, die Katalanen müssen m.E. in dieser Situation eine Große Koalition der nationalen Einheit anstreben und die schöne und intelligente Wahlsiegerin Ines Arrimadas zur Präsidentin wählen!

Der sturköpfige spanische Premier Rajoy möchte ja nur mit ihr verhandeln (kann ich ausnahmsweise verstehen, ich würde es auch gerne  :)) und so ergibt sich doch die pragmatische Gelegenehit über sie für Katalonien endlich diejenigen Regelungen zu Autonomie und Länderfinanzausgleich zu erreichen, die schon lange da sein könnten und den Konflikt erst gar nicht zum Entstehen gebracht hätten.

Sollte dies dann wider Erwarten nicht gelingen, könnte man die Große Koalition wieder aufkündigen und den Unabhängigkeitsweg weiter beschreiten.
Was meint ihr dazu?

Offline lenamar

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Antwort #140 am:
06, Januar, 2018, 18:17:22
Bei ihrer Rückkehr nach Spanien würden aber die fünf Genannten sofort verhaftet werden, und sie wären ja dumm wenn sie unter diesen Bedingungen nach Spanien kämen.

Gelten denn die Haftbefehle noch? Mir war so, als ob die "zurückgenommen" wären? Oder galt das nur für einzelne?

Katalanische GroKo: gab es so was schon mal? Scheint - von hier aus jedenfalls - auch schwer vorstellbar...

Mit diesbezüglichen Hängepartien und kommissarischen Regierungen haben wir dagegen ja inzwischen selbst Erfahrung...

lg lenamar
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Antwort #141 am:
06, Januar, 2018, 18:59:32
@ lenamar: es wurde nur der EU-Haftbefehl zurückgezogen, nicht der nationale.

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Antwort #142 am:
17, Januar, 2018, 22:31:59
In seiner heutigen konstituierenden Sitzung hat das katalanische Parlament den Parlamentspräsidenten (entspricht unserem Bundestagspräsidenten in D) gewählt, sowie seine beiden Stellvertreter und den Parlamentsausschuss, dem sie vorstehen. Das ist das Parlamentsorgan, welches die Tagesordnung, die Abstimmungsthemen und weitere Formalia regelt und entscheidet.
Sowohl der Präsident (Roger Torrent) als auch die übrigen Ausschussmitglieder stammen aus dem Flügel der Unabhängigkeitsbewegung und wurden mit deren Mehrheit gewählt.
Soweit ich verstand, durften die im Gefängnis inhaftierten nicht anwesenden Abgeordneten ihre Stimmen über bevollmächtigte Vertreter abgeben, obwohl dies juristisch umstritten zu sein scheint. Was mit den Stimmen der Exilpolitiker geschah, weiss ich nicht.

Dies war also die erste Runde des neuen Parlaments. Spannend wird, ob und wie ggfs der im Exil befindliche Carles Puigdemont in Abwesenheit zum Regionalpräsident gewählt werden kann oder wird.
Hierüber gehen die juristischen Meinungen stark auseinander.
Eine größere Koalition der nationalen Einheit erscheint momentan eher fraglich.
Ich befinde mich derzeit in Katalonien und werde die Sache weiter verfolgen.

Offline Spezies8472

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Antwort #143 am:
18, Januar, 2018, 17:57:06
Wenn Puigdemont als Regionalpresident wieder gewählt wird, wäre DAS ein klares Zeichen. Ich gehe davon aus, das zumindest die Seperatisten das anstreben: Puigdemont als President und die Weiterverfolgung der schnellstmöglichen Abspaltung. Was man auch immer davon halten mag. Man wird sehen, in welche Richtung das nun läuft...Der Brexit zeigt ja auch, das viele nun zum nachdenken gekommen sind, nun begriffen haben was der Brexit bedeutet, und mittlerweile für den Verbleib in der EU sind. Puigdemont und Gefolge, würde es warscheinlich auch erst dann begreifen...

Offline Lukirmur

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Antwort #144 am:
18, Januar, 2018, 18:41:37
Awa als ob

Offline herbstzeit

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Antwort #146 am:
Heute um 09:40:34
Katz und Maus spielen weiter:
Der neu gewählte katalanische Parlamentssprecher hat den noch im Exil in Belgien befindlichen Cales Puigdemont als einzigen Kandidaten für die Presidentenwahl aufgestellt. Die neue Regierung, einschließlich des Presidenten, muss bis Ende Januar im Amt sein.
Bisher ist juristisch umstritten, ob eine nicht physisch im Parlament anwesende Person für ein Amt gewählt werden kann wenn diese Abwesenheit freiwillig ist, was im selbstgewählten Exil der Fall ist.
Überraschender Weise hatte Puigdemont öffentlich eine Reise von Brüssel nach Dänemark mit dem Ort seines Aufenthalts angekündigt. Flugs beantragte die spanische Staatsanwaltschaft einen EU-Haftbefehl für Dänemark. Das Oberste Gericht in Spanien hat den Erlass eines solchen Haftbefehls jedoch abgelehnt, mit der Begründung dass Puigdemont mit seiner Reise nach Dänemark lediglich seine dortige Verhaftung provozieren wolle, um dann einen unüberwindlichen Grund zu haben, bei der Presidentenwahl im katalanischen Parlament nicht anwesend sein zu können!
Anscheinend wäre in einem solchen Falle eine Ernennung für das Amt auch in Abwesenheit möglich. Bleibt weiterhin interessant aber zum Glück friedlich!





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